„Same procedere as every year...“

„Same procedere as every year...“

„Es ist nicht alles Gold was glänzt“ oder „Glaube keiner Statistik, außer Du hast sie selbst gefälscht“ - diese beiden Sätze klingen natürlich nach abgedroschenen Binsenweisheiten, und doch steckt ein Körnchen Wahrheit in ihnen wie in jedem chinesischen Glückskeks. Zweifellos lassen sie sich zudem anwenden auf den Inhalt der meisten Pressemeldungen, die als Nachberichterstattung im Stile euphorischer Resümees von Veranstaltungen wie Messen und Workshops herausgegeben werden. 

Verifizieren lassen sich solche Veröffentlichungen allenfalls von jenen, die selbst an dieser Veranstaltung teilgenommen haben und sich ein Bild vor Ort machen konnten.

Natürlich weiß jeder Ausrichter solcher Formate, dass Klappern zum Handwerk gehört und man Defizite und Schwachstellen keineswegs zugeben sollte. Aber, euphorische und mit Superlativen gespickte Verlautbarungen wie jene der mbt meetingplace, die kürzlich sowohl in Frankfurt und in München stattgefunden haben, klingen schlichtweg in ihrem wording unglaubwürdig. „Bestens und rundum gelungen“ oder „enormer Erfolg“ sind Plattitüden und nicht geeignet, demjenigen Leser, der nicht dort anwesend war, Interesse an der nächsten Ausgabe der Veranstaltung zu vermitteln. Auf überzeugende Inhalte kommt es an – auch oder gerade in der Pressemitteilung. Und schon erst recht auf der Veranstaltung selbst.

Sowohl in Frankfurt als auch in München haben Aussteller und Hosted Buyer (ohne deren Qualität an dieser Stelle bewerten zu wollen) natürlich miteinander kommuniziert. Die Frequenz an den Ständen wies jedoch klar auf die Tatsache hin, dass sehr viele Einkäufer sich mehr auf das Vortragsprogramm fokussierten, was bereits bei dem Vorgänger der mbt (also der STB) der Fall war und mit dazu beitrug, dessen Scheitern zu begünstigen.

Eine weiterer Negativeindruck waren die vielen Schüler, die durch die Gänge marschierten und zielstrebig nach attraktiven Give Aways Ausschau hielten. Das signalisiert zwar auf den ersten Blick quantitaven „Traffic“, ist jedoch für die Aussteller völlig ineffizient, da von dieser Zielgruppe keinerlei Business zu erwarten ist.

Einerseits freut es zwar den Ausrichten wie auch die Referenten, wenn das Interesse an den angebotenen Vorträgen hoch ist und diese dann gut besucht sind. Jedoch nimmt die den Ausstellern Gesprächszeit an den Ständen weg. Letztlich punkteten die Vorträge auch nicht mit tatsächlichem News – und damit Mehrwert. Bei vielen Zuhörern ließ somit die Aufmerksam für den Referenten rasch nach. Wer erfahrene „Eventler“ als Zielgruppe bei der Stange halten will, sollte kein Grundwissen der MICE-Branche vermitteln und Weisheiten vermitteln wie „es ist wichtig, individuell auf die Bedürfnisse und Kultur der Teilnehmer einzugehen“ oder „nur mit einer guten Inszenierung bleibt man im Gedächtnis der Teilnehmer“…

Ohne einen Award und das dazugehörige Fachgremium kommt inzwischen auch der mbt nicht mehr aus. Wer jedoch eine Auszeichnung erhält, sollte diese auch in einem würdigen Rahmen entgegennehmen können, der dem Anlass gerecht wird. Denn die diesjährige Preisträgerin hat den Award hoch verdient, nicht aber die Art und Weise, wie ihr diese Ehrung verliehen wurde.

Der Biss-Kommentar

ICJ Gerald Huft

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