Tatsächliche Innovation oder Versuch der Schadensbegrenzung?

Tatsächliche Innovation oder Versuch der Schadensbegrenzung?

Tatsächliche Innovation oder Versuch der Schadensbegrenzung?

„No-shows sind ärgerlich, sie kosten viel Geld und Zeit. Veranstaltungsplaner kennen das Phänomen nur zu gut. Doch auch bei Branchenveranstaltungen – die die sonst selbst betroffenen Planer besuchen – sind späte Absagen und No-shows (mitunter bis zu 40 Prozent!) leider an der Tagesordnung. Die Agentur Panem et Circenses, Veranstalter von „MICE Boat“, MICE Peak“ und „MICE by melody“, reagiert nun: Sie stellt bei ihren Events den Teilnehmern kurzfristige Absagen und No-shows in Rechnung. Diese Gebühr verbleibt aber nicht in der Agentur, sondern geht an die „Sheltersuit Foundation“ in den Niederlanden, die Obdachlose versorgt mit einem wasser- und winddichten Mantel, der sich in einen Schlafsack verwandeln lässt. Wie finden Sie diese Initiative? Und warum, glauben Sie, gibt es in unserer Branche so viele No-shows: Liegt es daran, dass Veranstaltungsplaner besonders unzuverlässig und sprunghaft sind oder müssen Eventprofis immer kurzfristiger reagieren, so dass sich Veranstaltungsbesuche immer schwerer planen lassen?“
(Quelle: TW Newsletter vom 21.06.2018))

In seinem oben zitierten Editorial zum TW Online Newsletter greift Christian Funk ein Thema auf, das die MICE-Branche nicht wenig beschäftigt. Ursachenforschung tut zweifellos not. Dabei scheint fraglich, ob No-shows ein branchenspezifisches Problem sind oder nicht vielmehr auf der Qualität der Veranstaltung und jener der betreffenden Veranstaltungsplaner basieren.
Schicken wir voraus: ein No-show unterschiedet sich gewaltig von einem Storno bzw. einer begründeten Absage im Vorfeld. Ein No-show zeugt von schlechtem Benehmen desjenigen, der nicht erscheint und ist im geschäftlichen Umgang miteinander indiskutabel, weil es dem „Gastgeber“ gegenüber respektlos und unfair ist. Eine schriftliche oder telefonische Absage, ob begründet oder unbegründet, ist fair. Früher hätte man vielleicht formuliert: „Das gehört sich auch so.“
Seriöse Veranstaltungsplaner – und das sind wohl gemerkt die meisten der erfolgreichen Eventprofis in der Branche – setzen ihren Ruf nicht aufs Spiel. Sie erscheinen nicht auf einer zugesagten Veranstaltung, ohne im Vorfeld offiziell abzusagen. Sie wissen im Vorfeld, ob eine Einladung wichtig genug und daher von Nutzen für sie ist, um sie fix in den Terminkalender einzuplanen, wenn man angemeldet ist.
Wem jedoch eine Veranstaltung vielleicht gar nicht so wirklich wichtig ist, wer einfach nur zusagt und im Grunde zu dem Zeitpunkt nicht einmal weiß, ob er überhaupt teilnehmen will und kann, ist für den „Gastgeber“ der Veranstaltung ein ohnedies qualitativ fragwürdiger Entscheider.
ICJ mice marketing erhebt seit Jahren bei seinen Veranstaltungen eine Registrations-, eine Storno- wie auch eine No-show Gebühr, die noch keiner der Entscheider jemals bemängelt hat. Diese Gebühr deckt nicht zuletzt die Kosten für einen bereits geleisteten Arbeitsaufwand im Vorfeld des Events. Das akzeptieren die Hosted Buyer, da sie sich bewusst für die ICJ Veranstaltungen interessieren und deren Nutzen wie auch deren Mehrwert nicht in Frage gestellt wird.
Die Idee, eine No-show-Gebühr für einen karitativen Zweck zu spenden ist aus sozialer Sicht löblich. Ob sie sinnvoll ist, sei dahin gestellt, denn sie wird eine bestimmte Klientel unter den Veranstaltungsplanern kaum davon abhalten, trotz Anmeldung nicht zu erscheinen. Im Gegenteil, diese „Spende“ wird ein möglicherweise schlechtes Gewissen beruhigen, dass man unentschuldigt nicht erscheint, aber das Geld ja für einen guten Zweck eingesetzt wird.

Ein Kommentar: ICJ Biss

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